Ratgeber

Was deine Reaktionszeit beeinflusst

Dein Gerät, dein Alter, deine Aufmerksamkeit und die Übung mit dem Test selbst verändern deine Zeit. Wer einen Test wiederholt, erzielt höhere Werte, zum Teil weil man den Test lernt (Scharfen et al., 2018a), und Touchscreens allein fügen 50 bis 200 ms hinzu (Van Patten et al., 2021).

Geschrieben vom Headgame Team

Aktualisiert am . Noch kein wissenschaftlicher Gutachter benannt. Jede Zahl verlinkt auf ihre Quelle.

Das Gerät

Der größte Faktor online bist nicht du. Herkömmliche Touchscreens fügen 50 bis 200 ms Latenz hinzu (Van Patten et al., 2021), und bei 59.587 Online-Testpersonen waren Menschen auf Mobilgeräten, besonders auf Android-Handys, in Reaktionstests langsamer als Menschen am Computer (Passell et al., 2021). Ein Handywechsel kann deine Zeit stärker verschieben als Jahre an Alter. Mehr dazu in warum die Reaktionszeit am Handy langsamer ist.

Das Alter

Bei 1.469 Erwachsenen zwischen 18 und 65 Jahren stieg die einfache Reaktionszeit um etwa 0,55 ms pro Jahr (Woods et al., 2015a). Die Zeit, um das Signal zu erkennen, etwa 131 ms, änderte sich mit dem Alter nicht. Die Verlangsamung kam vom Start der Bewegung. Geschlecht und Bildung machten in dieser Studie keinen Unterschied.

Aufmerksamkeit und der Test selbst

Ein Reaktionstest ist kurz, und ein Moment der Ablenkung kostet in einem Versuch viel. Deshalb behält der Reaktionstest den Median aus fünf Versuchen, und deshalb mittelt Headgame deine Sitzungen über eine Woche. Gemittelte kurze Smartphone-Tests erreichten bei 219 Erwachsenen Reliabilitäten von 0,97 oder mehr (Sliwinski et al., 2018).

Auch Übung spielt eine Rolle. Die Ergebnisse wiederholter kognitiver Tests steigen, zum Teil weil man den Test lernt (Scharfen et al., 2018a). Ein präziser einfacher Reaktionstest zeigte allerdings über drei wöchentliche Sitzungen keinen signifikanten Lerneffekt (Woods et al., 2015b). Rechne hier also mit weniger Veränderung als bei Gedächtnistests.

Was nicht belegt ist

Seiten über Reaktionszeit versprechen oft, dass ein Spiel, ein Lebensmittel oder eine Routine dich im Alltag schneller macht. Die größte Übersichtsarbeit zum Gehirntraining fand reichlich Belege dafür, dass Menschen in der trainierten Aufgabe besser werden, weniger für eng verwandte Aufgaben und kaum welche für entfernte Aufgaben oder die Leistung im Alltag (Simons et al., 2016).

Schlaf, Koffein und Sport werden auch oft genannt. Wir behandeln sie hier nicht, weil wir die Primärquellen dazu noch nicht gesichtet haben, und wir sagen lieber nichts, als eine Behauptung nachzuplappern.

Quellen

  1. Scharfen J., Peters J.M., Holling H. (2018). Retest effects in cognitive ability tests, a meta-analysis. Intelligence 67, 44 to 66. doi.org/10.1016/j.intell.2018.01.003
  2. Van Patten R., Iverson G.L., Muzeau M.A., VanRavenhorst-Bell H.A. (2021). Test-retest reliability and reliable change estimates for four mobile cognitive tests administered virtually in community-dwelling adults. Frontiers in Psychology 12, 734947. PMC8566921. doi.org/10.3389/fpsyg.2021.734947
  3. Passell E., Strong R.W., Rutter L.A. et al. (2021). Cognitive test scores vary with choice of personal digital device. Behavior Research Methods 53(6), 2544 to 2557. PMC8568735. doi.org/10.3758/s13428-021-01597-3
  4. Woods D.L., Wyma J.M., Yund E.W., Herron T.J., Reed B. (2015). Factors influencing the latency of simple reaction time. Frontiers in Human Neuroscience 9, 131. doi.org/10.3389/fnhum.2015.00131
  5. Sliwinski M.J., Mogle J.A., Hyun J. et al. (2018). Reliability and validity of ambulatory cognitive assessments. Assessment 25(1), 14 to 30. PMC5690878. doi.org/10.1177/1073191116643164
  6. Woods D.L., Wyma J.M., Yund E.W., Herron T.J. (2015). The effects of repeated testing, simulated malingering, and traumatic brain injury on high-precision measures of simple visual reaction time. Frontiers in Human Neuroscience 9, 540. PMC4637414. doi.org/10.3389/fnhum.2015.00540
  7. Simons D.J., Boot W.R., Charness N. et al. (2016). Do brain training programs work? Psychological Science in the Public Interest 17(3), 103 to 186. doi.org/10.1177/1529100616661983

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